Dominik KuhnDominik KuhnDominik Kuhn

 
 
 
 

Diese Abteilung meiner Website ist nur für Leute, denen es langweilig ist. Und die sich vielleicht nach Durchsicht der restlichen Website fragen, ob der Typ eigentlich einen Dachschaden hat. Und die hier einen Web-5.0-konformen Profilneurosen-Blog und Twitter-Widgets und dergleichen suchen. Ich blogge nämlich nicht. Und das andere Zeug mach ich auch nicht so, dass es jemand mitkriegt. Und ich hole trotz iPhone unterwegs keine E-Mails ab. Und ich hab' auch kein Bluetooth-Headset, in das ich beim Esbella-Markt in der Kassenschlange autistisch reinsprechen kann.

Seit meinem bescheidenen Ruhm als YouTube-Terrorist, "Viralpapst" und TV-Autor werde ich in Interviews immer wieder nach meinem Werdegang gefragt, und beim Erzählen fällt mir dann selbst auf, wie alt ich doch geworden bin und wie viel Blödsinn ich in meinem Leben schon gemacht habe. Wo komm ich her, wo gehe ich hin? All diese blochschen Fragen, die mir von der Presse gestellt werden und die ich hier mal präventiv beantworte.

Klar liest dich das grässlich, wenn einer auf der einen Seite hochwissenschaftlich von neuropsychologischem Viral-Brimborium schwafelt und auf der anderen Seite schwäbelnder Karussellbremser ist. Denn unsere Gesellschaft sucht immer nach Spezialisten. Und so habe ich auch permanent ein schlechtes Gewissen, über all die Hochzeiten zu sprechen, auf denen ich so gerne tanze. Weil's als unseriös empfunden wird. Und weil man wohl in keiner Sache richtig gut sein kann, wenn man sich nicht konzentriert.

Stimmt. Aber Fakt ist auch, dass all der Blödsinn, all die Veränderungen in meinem Leben, mich doch nur weitergebracht haben. Und dass mir dieser Erfahrungsschatz heute sehr hilft. Ich kann sicherlich nicht alles gleichzeitig gut machen, was mich interessiert, aber ich habe eine andere Lösung: Nämlich mein Spezialistentum lieber zeitlich als horizontal zu beschränken. Soll heißen: Keine Ahnung, ob ich in drei Jahren noch schwäbisch synchronisiere. Den Viralpapst habe ich mit Beginn 2010 schon mal einschlafen lassen und mir bei der Gelegenheit mal ein Sabbatjahr rausgelassen, weil man doch auch zu viel auf einmal arbeiten kann.


Wenn's Ihnen jetzt immer noch langweilig ist, dann lesen Sie doch weiter. Vielleicht interessieren Sie ja die verschlungenen Pfade, die mich hierher gebracht haben.

 
 
 
  Ich bin Baujahr 1969 und habe zirka zwanzig Jahre danach nur mit Ach und Krach das Abitur geschafft, weil ich nebenher bereits als Musikredakteur und -moderator beim privaten Rundfunk gearbeitet und gleichzeitig eine Firma für Veranstaltungstechnik hochgezogen habe. Nebenbei habe ich - unvermeidlich - als DJ gearbeitet, unter anderem im legendären Tübinger "Zentrum Zoo". Den Rundfunk habe ich dann 1992 gleich wieder an den Nagel gehängt, weil das Zauberwort damals plötzlich "Formatradio" hieß, und das war mir zu blöd. Also habe ich mir selbst den Toningenieur beigebracht, war als solcher mit meiner Firma für diverse Bands und Industriekunden auf Tour und habe nebenbei in meinem ebenfalls selbst zusammengenagelten Tonstudio Musik produziert. Fragen Sie nicht, bis heute keinen großen Hit gehabt.

Mitte der Neunziger habe ich mein ganzes bis dato gesammelts veranstaltungstechnisches Equipment gewinnbringend verscheuert und bin als freier Stage Manager und Produktionsleiter auf Tour gegangen. Nebenbei habe ich gleich wieder das nächste Ding angefangen, nämlich die deutsche Niederlassung einer großen niederländischen Firma für Eventproduktion aufgebaut. Der Job hat mich um die ganze Welt und auf eine Menge Industrieshows gebracht. Dabei habe ich viel Eventmarketing gesehen - Gutes und Schlechtes. Den Event-Job mache ich heute auch noch. Aber wirklich nur nebenbei. Ich habe in meinem Leben so viele Lautsprecherboxen und Lampen gesehen, es reicht von hier bis zum Mars. Und seit man für jede Hochzeit mit fünf Gästen ein Sicherheitskonzept schreiben muss, damit niemand auf dem Amt die Verantwortung übernehmen muss, wenn einer besoffen umfällt, habe ich eh keinen Bock mehr.

Aus meiner Musikproduktion wurde in dieser Zeit schleichend eine Filmproduktion. Und da mir das Filmproduzieren irgendwann auch zu unkreativ war, wurde ich halt Regisseur. Ich drehe bis heute allerlei Image- und Werbefilme, und lange war natürlich Virales Marketing mein Fachgebiet. Ein Nebeneffekt ist, dass ich seit ein paar Jahren in der Jury des "Branded Entertainment Summit Product Placement Award PROPKO" sitze - das finde ich auch nett, weil da viele tolle Kollegen tolle Sachen einreichen.

Doch trotz alledem habe ich nie meine Liebe zum Ton aufgegeben, auch im Film nicht: Wenn's um Sounddesign geht, kann ich mich komplett wegschießen. Und eine eigene Band hab ich auch wieder, aber in meinem Alter ist das eher so ein Opa-Cover-Projekt, und das geht ja auch niemanden was an. Ach so, und a propos Jury: Meine Show-Producer-Vergangenheit lässt mich nicht los und ich darf auch in der Jury der Flammenden Sterne Ostfildern sitzen - ein Feuerwerkswettbewerb vom Feinsten, zu dem jedes Jahr Menschen aus der ganzen Welt anreisen.
   
 
   
 

Und sonst? Aus der Not, zu Anfang der Filmerkarriere keine Schauspieler zahlen zu können, habe ich eine Tugend gemacht und mich nebenbei selbst vor die Linse gestellt. Daraus wurde eine nicht ernstzunehmende Model- und Schauspieler-Karriere, die ich 2008 dann doch auch beendet habe, bis auf ein paar Spaßprojekte, wie z.B. meine Gastrolle in der Dialektserie "Laible und Frisch", oder an der Seite von Natalia Wörner im Spielfilm "Die Kirche bleibt im Dorf", der 2012 in die Kinos kam. Die Reste aus der Zeit davor können Interessierte hier nachsurfen. Ist ein sexy Foto von mir dabei, das man sich an die Klowand hängen kann. Sie werden gleich wissen, welches ich meine. Wenn Sie wollen, dann spiel auch gerne auch mal wieder, aber Sie wissen ja: Gagen ab zwei Millionen Dollar aufwärts.

Und dann ist da noch die Sache mit den übersetzten Büchern. Seit 1999 übersetze ich Belletristik aus dem Englischen ins Deutsche. Das meiste davon (bis dato 76 Stück) sind STAR WARS-Bücher, und nochmal ca. 20 Wälzer aus den Reihen MAGIC - THE GATHERING, DER SIEBTE TURM und (natürlich) TWENTY-FOUR. Und obwohl ich die Übersetzerei aus zeitlichen Gründen eigentlich an den Nagel hängen sollte, bin ich immer noch dabei. Ein STAR WARS-Buch übersetzen ist wie Urlaub im Kopf - und anscheinend doch eine ehrenhafte Arbeit, denn sie hat mir u.A. eine Mitgliedschaft im Abstimmungsgremium des Kurd-Lasswitz-Preises für Science-Fiction-Literaturschaffende gebracht.

Und ja, am ehesten kennt man mich heutzutage als schwäbischen Synchro-Comedian "dodokay". Als solcher habe ich 2006 - ohne großen Plan - angefangen, Filmschnipsel auf lustig-schwäbisch nachzusynchronisieren und auf YouTube hochzuladen. Es wurde irgendwie ein Hit draus. Anfang 2009 bekamen meine Filme sogar ein eigenes Format im SWR Fernsehen, das bis heute in verschiedenen Ausprägungsformen unregemäßig läuft. Die Sendung "Die Welt auf Schwäbisch" schreibe und produziere ich in Zusammenarbeit mit dem SWR Fernsehen. Von Mai bis Juli 2011 waren meine Synchros auch ein fester Bestandteil des neu ausgegrabenen Comedy-Urgesteins "Die Wochenshow" auf Sat.1, und auch das ZDF kam irgendwann über mich zu und hat eine schwäbische Diskussion zwischen Barack Obama und Mitt Romey bestellt, die bis heute einer der meistgeschauten Clips in der ZDF-Mediathek ist ...

Mittlerweile bin ich mit "Die Welt auf Schwäbisch" auch in Form einer Live-Comedy-Show auf diversen Bühnen unterwegs, und es gibt zwei schwäbische Comic-Co-Produktionen von mir: Eins mit meinem Freund Ralph Ruhe, das Buch "Scheißdregg bassiert halt" und eins aus dem Panini-Verlag, eine schwäbische Version von den Simpsons. Verrückt, was draus geworden ist.

Besonders gefreut hat mich, dass ich im November 2011 von der Mundartgesellschaft Baden-Württemberg e.V. die Friedrich-E.-Vogt-Medaille für Verdienste um die schwäbische Mundart verliehen bekommen habe. Das reiht mich unter ein paar wirklich coole schwäbische Urgesteine wie Trudel Wulle, Walter Schultheiß, Manfred Rommel, Erwin Teufel, Gotthilf Fischer oder Christoph Sonntag.

Und irgendwelche Nerds halten mich seit Anfang 2010 für enzyklopädisch relevant und haben einen Artikel in der Wikipedia über mich geschrieben. Und 2014 sogar in der Englischen. Unbelievable. Ach ja, und der Herr Reuters hat mich irgendwann auch international bekannt gemacht.

So sieht's also aus. Wer braucht schon Spezialistentum?

 
 
 
 

NAVIGATIONxxxxxxLANGUAGE